Darmstadt, 10. Mai 2012
Kooperationen mit Millî Görüş-Gemeinden sind wünschenswert
Gewaltbereite Salafisten isolieren
Kooperationen mit kommunalen Gemeinden der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) standen im Mittelpunkt der Beratungen des Koordinierungsrates der Islamforen in Deutschland am 9. Mai 2012 in Frankfurt/Main. Oğuz Üçüncü, der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş, betonte bei dem Gespräch, dass eine gute Zusammenarbeit mit Menschen und Institutionen im kommunalen Bereich ein Anliegen für die IGMG ist. Vertretungen kommunaler Islamforen berichteten von ihren Erfahrungen und Schwierigkeiten bei Kooperationen mit IGMG-Gemeinden.
In dem Gespräch wurde vereinbart, das Miteinander von IGMG-Gemeinden und kommunalen Einrichtungen zu verbessern. Wo es Probleme gibt, sollte der Interkulturelle Rat darüber informiert werden. Er wird sich dann in Zusammenarbeit mit der IGMG und kommunalen Einrichtungen um eine Klärung bemühen.
„Auch wenn die IGMG vom Verfassungsschutz beobachtet wird sind kommunale Kooperationen wünschenswert“ - das betonte Jürgen Micksch, der Moderator des Koordinierungsrates der Islamforen in Deutschland. Der Interkulturelle Rat werde das Miteinander vor Ort beobachten und über Ergebnisse berichten.
Die IGMG gehört nach DITIB zu den größten muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland. Im letzten Jahr hat der Koordinierungsrat der Islamforen ein Gespräch mit Bekir Alboğa von DITIB über Erfahrungen bei Kooperationen im kommunalen Bereich geführt.
Erörtert wurden im Koordinierungsrat der Islamforen die Aktivitäten der Salafisten insbesondere im nordrhein-westfälischen Wahlkampf. Zwischen den verschiedenen Gruppierungen der Salafisten muss unterschieden werden. Es ist erforderlich, die wenigen gewaltbereiten Salafisten zu isolieren. Die großen islamischen Religionsgemeinschaften sind dafür Verbündete. Daher sind Kooperationen mit muslimischen Gemeinden vor Ort gegenwärtig besonders wichtig.
Bei der Sitzung gab es auch einen Erfahrungsaustausch zwischen den Islamforen. Miguel Vicente, der Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration Rheinland-Pfalz, berichtete über den Runden Tisch Islam in Rheinland-Pfalz.
Im Koordinierungsrat arbeiten Vertretungen der kommunalen und Länder-Islamforen zusammen. Er wird gefördert von der Karl Konrad und Ria Groeben Stiftung.
gez. Dr. Jürgen Micksch
Vorsitzender des Interkulturellen Rates
Kooperationen mit Millî Görüş-Gemeinden sind wünschenswert
Gewaltbereite Salafisten isolieren
