Seit Anfang 2008 führt der Interkulturelle Rat in Deutschland das Projekt “Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen” durch. Ziel des Projekts ist der Aufbau von Gesprächsforen, in denen Muslime, Nichtmuslime und kommunale Einrichtungen zusammenkommen und über vor Ort relevante Themen des Zusammenlebens beraten.
Bis Ende des Jahres 2010 sollen kommunale Islamforen in deutschen Städten und Gemeinden eingerichtet werden. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Programms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Karl-Konrad-und Ria-Groeben-Stiftung und der Türkisch-Deutschen-Gesundheitsstiftung.
Voraussetzung
Projektziel
Wie arbeitet das Projekt?
Arbeitsberichte
Aufbau kommunaler Islamforen – Orientierungsrahmen
Projektort Erfurt – ein Beispiel
Koordinierungsrat der Islamforen in Deutschland
Veröffentlichungen/Materialien
Auszeichnungen
Integration findet vor Ort statt. In den Städten und Gemeinden Deutschlands leben mehr als 4 Millionen Muslime. Das Zusammenleben mit Muslimen vor Ort funktioniert grundsätzlich sehr viel besser und selbstverständlicher als meist angenommen wird.
Dennoch bleiben viele Herausforderungen:
Mit dem Aufbau kommunaler Islamforen will der Interkulturelle Rat vor Ort in enger Kooperation mit muslimische und nichtmuslimischen Organisationen, sowie mit kommunalen Stellen Begegnungs-, Lern- und Gesprächsräume einrichten. Darin sollen wichtige Informationen ausgetauscht und die vor Ort relevanten – und teilweise strittigen – Fragen des Zusammenlebens in gleichberechtigten Gesprächen erörtert werden.
In Kommunalen Islamforen wird angestrebt:
Seit dem Jahr 2002 hat der Interkultureller Rat auf Bundes- und auf Länderebene Islamforen eingerichtet, in denen Vertretungen der relevanten muslimischen Verbände regelmäßig mit Persönlichkeiten aus Staat (Ministerien, Parlament, Polizei u.a.) und Zivilgesellschaft (Religionsgemeinschaften, Wissenschaft, Kultur, Medien u.a.) zusammenkommen und kritische Fragen des Zusammenlebens offen und kontrovers erörtern.
Beispielhafte Beratungsgegenstände sind auf Länderebene Schulfragen und auf Bundesebene menschenrechtliche Themen wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Religionsfreiheit. Die in den vergangenen Jahren im Rahmen dieser Dialogarbeit gemachten guten Erfahrungen sollen im Rahmen des Projektes auf die kommunale Ebene übertragen werden und zur Verbesserung des Miteinanders vor Ort beitragen.
Der Interkulturelle Rat wird aktiv, wenn eine Kommune oder kommunale Akteure an ihn herantreten und um Unterstützung beim Aufbau eines Kommunalen Islamforums bitten. Als kompetenter und erfahrener Partner kann er bei der Ausgestaltung der lokalen Dialogstrukturen beraten, indem er
Das Projekt “Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen” berichtet in regelmäßigen Abständen über seine Arbeit. Es will damit Transparenz herstellen und aufzeigen, welche besonderen Herausforderungen des Zusammenlebens von Muslimen und Nichtmuslimen auf lokaler Ebene bestehen und mit Dialogforen angemessen bearbeitet werden können.
Bericht über die Projektarbeit im Jahr 2008
Mit dem Aufbau Kommunaler Islamforen will der Interkulturelle Rat in enger Kooperation kommunalen Stellen sowie muslimischen und nichtmuslimischen Organisationen an die Bedürfnisse vor Ort angepasste Begegnungs-, Lern- und Gesprächsräume einrichten. Darin sollen wichtige Informationen ausgetauscht und relevante Fragen des Zusammenlebens in gleichberechtigt erörtert werden.
Im Rahmen des Modellprojekts „Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen“ wird die Einrichtung solcher Foren in Städten, Gemeinden, Landkreisen und Bezirken vom Interkulturellen Rat begleitet. Das Projekt wird im Rahmen des Aktionsprogramms “VIELFALT TUT GUT.” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung sowie der Türkisch-Deutschen-Gesundheitsstiftung unterstützt.
Um die Gründung solcher Gesprächsforen an weiteren Orten zu unterstützen und zu erleichtern, wurde ein Orientierungsrahmen erarbeitet. Dort finden sich inhaltliche und organisatorische Anregungen zur Gründung und Arbeitsaufnahme kommunaler Islamforen. Konkrete Praxisbeispiele und Kontaktadressen runden die Veröffentlichung ab. Die 28-seitige Broschüre kann in der Rubrik „Materialien“ kostenlos beim Interkulturellen Rat bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden.
Aufbau kommunaler Islamforen – Orientierungsrahmen
Das erste kommunale Islamforum hat sich im Jahr 2008 in Erfurt/Thüringen konstituiert. Nach erfolgreichen Vorgesprächen hat sich das FoME – Forum Muslime in Erfurt in Kooperation zwischen der kommunalen Ausländerbeauftragten, den Vertretungen der muslimischen Gemeinde und der Universität Erfurt gegründet. Die Auftaktveranstaltung fand am 15. Oktober 2008 im Rathaus der Stadt Erfurt statt. Zwischenzeitlich hat das Forum seine Arbeit aufgenommen.
Bericht zur Projektarbeit in Erfurt
Satzung des FoME – Forum Muslime in Erfurt
Eine Vernetzung der Foren ist durch den Koordinierungsrat angestrebt. Zweimal im Jahr lädt der Interkulturelle Rat zu Sitzungen des Koordinierungsrates der Islamforen in Deutschland ein. Dort können Vertretungen der Kommunen in direktem Austausch über aktuelle Vorhaben innerhalb ihrer Foren berichten. Neben inhaltlichen Fachvorträgen findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt. Durch den Informationsaustausch kann sich jede Kommune Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen oder vorhandene Problempunkte zur Diskussion stellen.
Alle Publikationen des Projekts können auf dieser Homepage unter der Rubrik “Materialien” heruntergeladen oder bestellt werden.
Das Forum Muslime im Landkreis Günzburg wird mit dem Schwäbischen Integrationspreis ausgezeichnet
Am 01. Oktober 2009 wurde im Rahmen eines Festaktes im Rokokosaal der Regierung von Schwaben das “Forum Muslime im Landkreis Günzburg” mit dem Schwäbischen Integrationspreis 2009 ausgezeichnet.

Der Preis wurde durch den Regierungspräsidenten Karl Michel Scheufele (Mitte) überreicht und stellvertretend für das Forum Muslime im Landkreis Günzburg von (v.l.) Selçuk Karakuş, Hasibe Özaslan, Fatma Doğan und Kazım Altuntaş entgegengenommen.
Hintergrund
Im Landkreis Günzburg haben von ca. vierundzwanzigtausend Menschen mit Zuwanderungsge-
schichte rund fünfunddreißig Prozent türkisch-kulturelle Wurzeln. Die im Landkreis lebenden Muslime
sind in dreizehn Gemeinden organisiert. Darüber hinaus gibt es zwei alevitische Gemeinden.
Im Rahmen des vom Bayerischen Ministerrat am 10. Juni 2008 beschlossenen Programms „Aktion
Integration“ vergeben die Regierungen jährlich Integrationspreise, um gelungene Beispiele von Integ-
rationsarbeit zu würdigen.
Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms “VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.”