Die Arbeit im Rahmen des Projekts “Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen” wurde mit Auslaufen der Bundesförderung zum 31. Dezember 2010 eingestellt

Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen

Seit Anfang 2008 führt der Interkulturelle Rat in Deutschland das Projekt “Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen” durch. Ziel des Projekts ist der Aufbau von Gesprächsforen, in denen Muslime, Nichtmuslime und kommunale Einrichtungen zusammenkommen und über vor Ort relevante Themen des Zusammenlebens beraten.

Bis Ende des Jahres 2010 sollen kommunale Islamforen in deutschen Städten und Gemeinden eingerichtet werden. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Programms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Karl-Konrad-und Ria-Groeben-Stiftung und der Türkisch-Deutschen-Gesundheitsstiftung.

Voraussetzung
Projektziel
Wie arbeitet das Projekt?
Arbeitsberichte
Aufbau kommunaler Islamforen – Orientierungsrahmen
Projektort Erfurt – ein Beispiel
Koordinierungsrat der Islamforen in Deutschland
Veröffentlichungen/Materialien
Auszeichnungen



Voraussetzung

Integration findet vor Ort statt. In den Städten und Gemeinden Deutschlands leben mehr als 4 Millionen Muslime. Das Zusammenleben mit Muslimen vor Ort funktioniert grundsätzlich sehr viel besser und selbstverständlicher als meist angenommen wird.

Dennoch bleiben viele Herausforderungen:

  • Der Bau von Moscheen und Gebetsräumen oder die Anlegung muslimischer Gräberfelder stößt in der nichtmuslimischen Bevölkerung häufig immer noch auf Ablehnung.
  • Die Vernetzung und Zusammenarbeit von muslimischen Vereinen und Organisationen ist ausbaufähig.
  • In lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Sportvereinen, Stadtteilinitiativen, Eltervereinigungen, sonstigen Vereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr sind Muslime noch zu wenig präsent.
  • Gesprächsstrukturen zwischen muslimischen Organisationen und kommunalen Stellen sind oft erst schwach entwickelt.

Projektziel

Mit dem Aufbau kommunaler Islamforen will der Interkulturelle Rat vor Ort in enger Kooperation mit muslimische und nichtmuslimischen Organisationen, sowie mit kommunalen Stellen Begegnungs-, Lern- und Gesprächsräume einrichten. Darin sollen wichtige Informationen ausgetauscht und die vor Ort relevanten – und teilweise strittigen – Fragen des Zusammenlebens in gleichberechtigten Gesprächen erörtert werden.

In Kommunalen Islamforen wird angestrebt:

  • die Kenntnis übereinander und die Gesprächskultur untereinander zu verbessern;
  • in Gesprächen Verständnis für Positionen, Erwartungen oder Bedenken des Gegenübers zu entwickeln;
  • in strittigen Sachfragen gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die sich mit den unterschiedlichen Interessen in Einklang bringen lassen;
  • miteinander Möglichkeiten gemeinsamen Handelns zu identifizieren sowie
  • verbleibende Differenzen zu benennen.

Wie arbeitet das Projekt?

Seit dem Jahr 2002 hat der Interkultureller Rat auf Bundes- und auf Länderebene Islamforen eingerichtet, in denen Vertretungen der relevanten muslimischen Verbände regelmäßig mit Persönlichkeiten aus Staat (Ministerien, Parlament, Polizei u.a.) und Zivilgesellschaft (Religionsgemeinschaften, Wissenschaft, Kultur, Medien u.a.) zusammenkommen und kritische Fragen des Zusammenlebens offen und kontrovers erörtern.

Beispielhafte Beratungsgegenstände sind auf Länderebene Schulfragen und auf Bundesebene menschenrechtliche Themen wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Religionsfreiheit. Die in den vergangenen Jahren im Rahmen dieser Dialogarbeit gemachten guten Erfahrungen sollen im Rahmen des Projektes auf die kommunale Ebene übertragen werden und zur Verbesserung des Miteinanders vor Ort beitragen.

Der Interkulturelle Rat wird aktiv, wenn eine Kommune oder kommunale Akteure an ihn herantreten und um Unterstützung beim Aufbau eines Kommunalen Islamforums bitten. Als kompetenter und erfahrener Partner kann er bei der Ausgestaltung der lokalen Dialogstrukturen beraten, indem er

  • die bisherige Situation vor Ort in Einzelgesprächen mit relevanten Akteuren analysiert,
  • Schwachstellen und Problemfelder benennt und
  • den Neuaufbau bzw. die Weiterentwicklung von Strukturen als vermittelnder Moderator begleitet.

Arbeitsberichte

Das Projekt “Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen” berichtet in regelmäßigen Abständen über seine Arbeit. Es will damit Transparenz herstellen und aufzeigen, welche besonderen Herausforderungen des Zusammenlebens von Muslimen und Nichtmuslimen auf lokaler Ebene bestehen und mit Dialogforen angemessen bearbeitet werden können.

Bericht über die Projektarbeit im Jahr 2008

Bericht über die Projektarbeit in den Jahren 2008 bis 2010


Aufbau kommunaler Islamforen – Orientierungsrahmen

Interkultureller Rat veröffentlicht Orientierungsrahmen zum Aufbau kommunaler Islamforen

Mit dem Aufbau Kommunaler Islamforen will der Interkulturelle Rat in enger Kooperation kommunalen Stellen sowie muslimischen und nichtmuslimischen Organisationen an die Bedürfnisse vor Ort angepasste Begegnungs-, Lern- und Gesprächsräume einrichten. Darin sollen wichtige Informationen ausgetauscht und relevante Fragen des Zusammenlebens in gleichberechtigt erörtert werden.

Im Rahmen des Modellprojekts „Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen“ wird die Einrichtung solcher Foren in Städten, Gemeinden, Landkreisen und Bezirken vom Interkulturellen Rat begleitet. Das Projekt wird im Rahmen des Aktionsprogramms “VIELFALT TUT GUT.” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung sowie der Türkisch-Deutschen-Gesundheitsstiftung unterstützt.

Um die Gründung solcher Gesprächsforen an weiteren Orten zu unterstützen und zu erleichtern, wurde ein Orientierungsrahmen erarbeitet. Dort finden sich inhaltliche und organisatorische Anregungen zur Gründung und Arbeitsaufnahme kommunaler Islamforen. Konkrete Praxisbeispiele und Kontaktadressen runden die Veröffentlichung ab. Die 28-seitige Broschüre kann in der Rubrik „Materialien“ kostenlos beim Interkulturellen Rat bestellt  oder kostenlos heruntergeladen werden.

Aufbau kommunaler Islamforen – Orientierungsrahmen

Projektort Erfurt – ein Beispiel

Das erste kommunale Islamforum hat sich im Jahr 2008 in Erfurt/Thüringen konstituiert. Nach erfolgreichen Vorgesprächen hat sich das FoME – Forum Muslime in Erfurt in Kooperation zwischen der kommunalen Ausländerbeauftragten, den Vertretungen der muslimischen Gemeinde und der Universität Erfurt gegründet. Die Auftaktveranstaltung fand am 15. Oktober 2008 im Rathaus der Stadt Erfurt statt. Zwischenzeitlich hat das Forum seine Arbeit aufgenommen.

Bericht zur Projektarbeit in Erfurt

Satzung des FoME – Forum Muslime in Erfurt

Koordinierungsrat der Islamforen

Eine Vernetzung der Foren ist durch den Koordinierungsrat angestrebt. Zweimal im Jahr lädt der Interkulturelle Rat zu Sitzungen des Koordinierungsrates der Islamforen in Deutschland ein. Dort können Vertretungen der Kommunen in direktem Austausch über aktuelle Vorhaben innerhalb ihrer Foren berichten. Neben inhaltlichen Fachvorträgen findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt. Durch den Informationsaustausch kann sich jede Kommune Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen oder vorhandene Problempunkte zur Diskussion stellen.

Veröffentlichungen/Materialien

Alle Publikationen des Projekts können auf dieser Homepage unter der Rubrik “Materialien” heruntergeladen oder bestellt werden.

Auszeichnungen

Das Forum Muslime im Landkreis Günzburg wird mit dem Schwäbischen Integrationspreis ausgezeichnet

Am 01. Oktober 2009 wurde im Rahmen eines Festaktes im Rokokosaal der Regierung von Schwaben das “Forum Muslime im Landkreis Günzburg” mit dem Schwäbischen Integrationspreis 2009 ausgezeichnet.

Schwäbischer Integrationspreis 01.10.09

Der Preis wurde durch den Regierungspräsidenten Karl Michel Scheufele (Mitte) überreicht und stellvertretend für das Forum Muslime im Landkreis Günzburg von (v.l.) Selçuk Karaku?, Hasibe Özaslan, Fatma Do?an und Kaz?m Altunta? entgegengenommen.

Hintergrund
Im Landkreis Günzburg haben von ca. vierundzwanzigtausend Menschen mit Zuwanderungsge-
schichte rund fünfunddreißig Prozent türkisch-kulturelle Wurzeln. Die im Landkreis lebenden Muslime
sind in dreizehn Gemeinden organisiert. Darüber hinaus gibt es zwei alevitische Gemeinden.

Im Rahmen des vom Bayerischen Ministerrat am 10. Juni 2008 beschlossenen Programms „Aktion
Integration“ vergeben die Regierungen jährlich Integrationspreise, um gelungene Beispiele von Integ-
rationsarbeit zu würdigen.

Pressemitteilung zur Verleihung des Schwäbischen Integrationspreises an das “Forum Muslime im Landkreis Günzburg”

Deutscher Integrationspreis: Forum muslimischer Frauen im Landkreis Reutlingen wird ausgezeichnet

Das  Forum muslimischer Frauen im Landkreis Reutlingen erhält den Deutschen Integrationspreis 2010. Er wird im Rahmen einer Feierstunde am 12. November 2010 in Berlin vom Bundesinnenminister verliehen. Das Forum wurde im Jahr 2009 im Rahmen des  Projekts  „Dialog vor Ort: Kommunale Islamforen“ gegründet.  Der Interkulturelle Rat gratuliert dem Forum muslimischer Frauen und freut sich über die Auszeichnung.

Pressemitteilung des Interkulturellen Rates vom 26. Oktober 2010 zur Verleihung des Deutschen Integrationspreises an das Forum muslimischer Frauen im Landkreis Reutlingen




Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms “VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.”