Abrahamisches Forum in Deutschland

- Ein Projekt der Groeben-Stiftung -

Das Abrahamische Forum in Deutschland ist ein Gesprächskreis beim Interkulturellen Rat, der überregional zusammengesetzt ist. In ihm arbeiten Personen mit, die durch beispielhafte Projekte in Praxis und Theorie zu einer Verständigung zwischen den Abrahamischen Religionen beitragen. Das Abrahamische Forum greift bestehende bilaterale Initiativen auf und fördert ihre Vernetzung. Eine Liste der Mitglieder des Abrahamischen Forums finden Sie  hier.

Zur Situation
Ziele
Arbeitsformen
Veranstaltungen mit Abrahamischen Teams
Stellungnahmen und Veröffentlichungen


Zur Situation

Seit langem ist zu beobachten, dass sich ablehnende Einstellungen gegenüber Menschen muslimischer Herkunft in Deutschland verstärken. Es gibt Drohungen und sogar tätliche Angriffe gegen Einrichtungen islamischer Organisationen. Parallel dazu ist insbesondere bei der jungen Generation ein Antisemitismus zu beobachten, der sich unter anderem in einer großen Zahl jüdischer Friedhofsschändungen und Angriffen auf Synagogen dokumentiert.

Ziele

Um gegenseitige Ängste abzubauen und ein friedliches interreligiöses Zusammenleben zu stärken, wird von der Groeben-Stiftung die Bildung Abrahamischer Foren bzw. ähnlicher Vorhaben gefördert. Das Projekt steht im Kontakt mit dem von Sir Sigmund Sternberg in London eingerichteten Three Faiths Forum und ähnlichen Initiativen in anderen Ländern. Es fördert die Vernetzung gemeinsamer Initiativen von Juden, Christen und Muslimen und hat folgende Ziele:

  • Vertrauensvolles Zusammenleben, Respekt und Freundschaften von Menschen unterschiedlicher Religion, insbesondere auch von jungen Menschen
  • Positive gemeinsame Erfahrungen und Anerkennung der Unterschiede
  • Öffentlich aktive Bewegung und europäischer Austausch
  • Beitrag zur Überwindung von Vorurteilen und Ängsten gegenüber Religionen (insbesondere Judentum, Christentum, Islam) und von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Arbeitsformen

Möglichst vielfältige Arbeitsformen sind wünschenswert, die diesen Zielen dienen. Folgende Schwerpunkte stehen im Vordergrund:

  • Einrichtung von Abrahamischen Teams aus Juden, Christen und Muslimen, die gemeinsam bei Veranstaltungen als ReferentenInnen und GesprächspartnerInnen zur Verfügung stehen und insbesondere an Schulen tätig werden; aus solchen Kooperationen können sich Abrahamische Foren in Regionen, Städten oder Gemeinden entwickeln, die miteinander vernetzt sind;
  • Erarbeitung von gemeinsamen Stellungnahmen und Positionen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen;
  • Abrahamische Bildungsprojekte in Kindergärten, Schulen und Hochschulen wie z.B. gegenseitige Besuche im Rahmen des Religionsunterrichts oder Abrahamische Rund- und Begegnungswege zu Gebetshäusern (z.B. zur Interkulturellen Woche oder am Tag der offenen Moschee).
  • Abrahamische Feste und Feiern zum 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) in Synagogen, Kirchen, Moscheen mit anschließendem Essen sowie gegenseitige Besuche bei anderen
    Gelegenheiten wie z.B. der Weihnachtszeit, im Ramadan und zum Sukkot-Fest. Der nachfolgende Film „Zu Gast in der Laubhütte. Juden, Christen und Muslime im Museum Judengasse Frankfurt/M.“ informiert über eine abrahamische Veranstaltung im Oktober 2009.
    http://www.interkultureller-rat.de/wp-content/uploads/laubhuettenfest_s.flv
  • Praxisbegleitende Tagungen und Dialoge über gemeinsame Werte und Unterschiede z.B. in der Evangelischen Akademie Arnoldshain, der Katholischen Rabanus Maurus Akademie und anderen. Wissenschaftliche Tagungen in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel von der Universität Tübingen. Gemeinsame Projekte für Rabbiner, Pfarrer, Imame und eventuell andere Berufsgruppen;
  • Zusätzliche Arbeitsformen wie z.B. gemeinsame soziale Projekte, Aktionen füreinander oder im Rahmen eines Jugendaustausches sind wünschenswert und können ergänzend gefördert werden.

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Veranstaltungen mit Abrahamischen Teams

Im Jahr 2010 könLogo BMInen dank einer Förderung durch das Bundesministerium des Innern Anträge auf Förderung einer Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team gestellt werden. Abrahamische Teams wurden gebildet, um in der schulischen und außerschulischen Bildung über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im jüdischen, christlichen und muslimischen Glauben zu informieren. Sie bestehen in der Regel aus drei Personen, je eine der jeweiligen Religion. Sie können bei Veranstaltungen mit Lehrpersonal oder an Schulen mitwirken. Darüber hinaus wirken sie präventiv oder vermitteln bei Konflikten vor Ort. Eine Übersicht über Aktivitäten Abrahamischer Teams im Jahr 2009 finden Sie in dieser Übersicht.

Wenn Sie eine Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team durchführen wollen, können Sie einen Antrag (.doc-Datei) bei der Geschäftsstelle des Interkulturellen Rates stellen. Der Interkulturelle Rat übermittelt den Antrag an Teammitglieder, die in der Nähe des Veranstaltungsortes wohnen und stellt den Kontakt her.

Die Entsendung Abrahamischer Teams wird im Jahr 2010 durch das Bundesministerium des Innern und die Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung gefördert. Auf Antrag können wir deshalb für die Durchführung einer Veranstaltung mit Abrahamischen Teams Zuschüsse gewähren.

Stellungnahmen und Veröffentlichungen

Das Abrahamische Forum in Deutschland erarbeitet zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen gemeinsame Erklärungen, Positionspapiere und Arbeitshilfen. Alle Publikationen des Projekts können auf dieser Homepage unter der Rubrik “Materialien” heruntergeladen oder bestellt werden.