Angesichts der weiterhin viel zu niedrigen Zahl von Einbürgerungen fordert der Geschäftsführer des Interkulturellen Rates, Torsten Jäger, die Bundesregierung auf, bei Migrantinnen und Migranten vermehrt für die Einbürgerung zu werben, unnötige und überkommene Einbürgerungshindernisse wie das Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatlichkeit zu beseitigen und den Optionszwang für in Deutschland geborene Kinder nichtdeutscher Eltern aus dem Staatsangehörigkeitsrecht zu streichen.
Mit bundesweit mehr als 900 Veranstaltungen in fast 300 Städten und Gemeinden waren die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15.-28. März 2010 die umfangreichsten in der bisherigen Geschichte der Aktionswochen. Zu diesem Erfolg haben insbesondere zivilgesellschaftliche Akteure wie Schulen und Volkshochschulen, Sportvereine, Gewerkschaften sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und und lokale Initiativen beigetragen. Der Interkulturelle Rat hat eine umfangreiche Dokumentation der Aktionswochen 2010 erarbeitet, die deutlich macht, wie vielfältig und kreativ das Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland ist.
Der Interkulturelle Rat informiert in regelmäßigen Abständen über laufende Projekte und Aktivitäten. Die IR-Informationen Nr. 2/2010 vom Juni 2010 berichten u.a. über die Ergebnisse der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2010, über die gemeinsam mit DGB und PRO ASYL zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März abgegebene Erklärung “Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime”, über die Herausgabe eines Readers “Islamkritik oder antimuslimischer Rassismus” im Rahmen des Clearingprojekts: Zusammenleben mit Muslimen und über Ergebnisse von Sitzungen der Islamforen auf Bundes-, Landes und auf kommunaler Ebene.
IR-Informationen Nummer 2/2010
Die Mitgliederversammlung des Interkulturellen Rates in Deutschland hat am 05. Mai 2010 in Frankfurt am Main turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Jürgen Micksch und Giovanni Pollice (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie/Hannover) wurden als Vorsitzende des Vereins in ihren Ämtern ebenso bestätigt wie Günter Burkhardt (Bundesarbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL/Frankfurt am Main) als Schatzmeister. Die Mitgliederversammlung wählte zudem Naime Cakir (Kompetenzzentrum muslimischer Frauen/Frankfurt am Main) und Michael Hugo (migra e.V. – Sprache, Bildung und Integration für MigrantInnen in Mecklenburg-Vorpommern/Rostock) als Beisitzende in den Vorstand und bestellte Roland Graßhoff (Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz/Mainz) zum Rechnungsprüfer des Vereins.
„Gruppierungen wie die NPD, pro Köln und pro NRW sind auf der Suche nach Mehrheiten zur Veränderung der demokratischen Gesellschaft. Dabei setzen sie auf Kampagnen gegen Minarette, Moscheen und gegen das Kopftuch.
Dreiundzwanzig prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Medien und Kultur haben daher eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sie weisen darauf hin, dass bei der Mobilisierung von Stimmungen gegen den Islam und die Muslime vielfach Rassisten und Rechtsextremisten am Werk sind. Und sie betonen: ‚Wir stellen uns populistischen und rassistischen Kampagnen entgegen, die auf dem Rücken von Muslimen die demokratische Ordnung unterwandern und Grundrechte beschneiden wollen.’