Am 28. und 29. Mai 2013 veranstaltet der Interkulturelle Rat gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Villigst, dem Rat der Religionen Frankfurt am Main und der Karl Konrad und Ria Groeben Stiftung die 3. Interreligiöse Konferenz. Sie steht unter dem Motto “Religionen stiften Frieden in Kommunen” und findet in der Evangelischen Akademie Villigst (Schwerte) statt. Bitte melden Sie sich direkt bei der Evangelischen Akademie in Villigst an, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten. Die Kontaktdaten finden Sie in der Einladung.
In einer gemeinsamen Erklärung zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März fordern die IG Metall und der Interkulturelle Rat mehr politische Partizipationsrechte für Migrantinnen und Migranten:
“Wer Rassismus nachhaltig bekämpfen will, muss sich trauen, die bestehenden Verhältnisse offen zu benennen: Rassismus ist kein weit entferntes Phänomen, sondern alltägliche Realität auch in Deutschland. Er beginnt in den Köpfen der Menschen, wirkt in den Strukturen und Institutionen unserer Gesellschaft und dient gewaltbereiten Feinden der Demokratie als Legitimation für ihre menschenverachtenden Taten. Wer Rassismus nachhaltig überwinden will, muss
(…) Weil wir nicht wollen, dass Menschen, die in unserem Land zu Hause sind, bei politischen Wahlen ohne Stimme bleiben, fordern wir die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker dazu auf, Migrantinnen und Migranten den Weg zur gleichberechtigten Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen in der Kommune, im Land und im Bund zu ebnen.”
Anlässlich der Sachverständigenanhörung im Bundestags-Innenausschuss am 13. März 2013 setzt sich der Interkulturelle Rat für eine umfassende Reform des Staatsangehörigkeitsrechts ein. In Deutschland geborenen Kindern ausländischer Eltern soll mit der Geburt dauerhaft die deutsche Staatsangehörigkeit zuerkannt und Mehrstaatigkeit auch bei Einbürgerungen generell akzeptiert werden.
„Das geltende Staatsangehörigkeitsrecht hält ungeachtet gesellschaftlicher Realitäten an dem Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit fest. Es steht im Widerspruch zum Selbstverständnis eines modernen Einwanderungslandes“, erklärt Torsten Jäger, der Geschäftsführer des Interkulturellen Rates.
Beim Interkulturellen Rat können Abrahamische Teams angefragt werden. Jüdische, christliche und muslimische Persönlichkeiten sind bereit, zu Veranstaltungen in Schulen, Universitäten oder andere Einrichtungen zu kommen. Dort stellen sie die Positionen ihrer Religionen zu unterschiedlichen Themen vor und diskutieren mit Teilnehmenden. Besonders gefördert wird der Einsatz in Synagogen und Moscheen.
Der Interkulturelle Rat hat bisher über 300 solcher Dialoge organisiert, bei denen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der abrahamischen Religionen erörtert werden. Ziel der Veranstaltungen ist es, das Miteinander von Juden, Christen und Muslimen zu verbessern. Die auch in der Mitte der Gesellschaft verbreiteten antisemitischen und antimuslimischen Vorurteile sollen dadurch abgebaut werden. Der Einsatz Abrahamischer Teams wird in diesem Jahr wieder vom Bundesministerium des Innern gefördert. Damit ist es möglich, Abrahamische Teams bundesweit zu grundlegenden und auch aktuellen Themen zu entsenden. Abrahamische Teams können auch bei Fortbildungen für Lehrpersonal oder bei abrahamisch gestalteten Festen mitwirken.
Pressemitteilung vom 19. Febrauar 2013: Abrahamische Teams können eingeladen werden
Im Interkulturellen Rat in Deutschland arbeiten Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität aus relevanten gesellschaftlichen Gruppen wie Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Religionsgemeinschaften, Migranten- und Menschenrechtsorganisationen, Kommunen und staatlichen Stellen, Medien, Wissenschaft und Sport zusammen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Modellprojekte und Kampagnen, durch die Initiierung von Runden Tischen und Gesprächsforen sowie durch Stellungnahmen zu integrations- und migrationsrelevanten Themen das friedliche interkulturelle und interreligiöse Zusammenleben der Bevölkerung in Deutschland zu fördern. Der Jahresbericht 2012 informiert über die Schwerpunkte der Arbeit des Interkulturellen Rates im vergangenen Jahr.
Jahresbericht 2012 des Interkulturellen Rates in Deutschland
Gemeinsam mit der IG Metall hat der Interkulturelle Rat in einer Handreichung Wege zur gleichberechtigten politischen Teilhabe von Migrantinnen und Migranten aufgezeigt und die Politik mit Blick auf die Bundestagswahl im nächsten Jahr dazu aufgefordert, die Hindernisse auf diesen Wegen zu beseitigen. Sie fordern insbesondere die ersatzlose Streichung der Optionspflicht aus dem Staatsangehörigkeitsrecht, die generelle und dauerhafte Hinnahme von Mehrstaatigkeit durch Einbürgerung sowie die Trennung von Wahlrecht und Staatsangehörigkeit auf kommunaler Ebene.
Broschüre “Demokratie fördern – Vielfalt leben: Neue Perspektiven für mehr politische Partizipation”
Mit dem neuen Projekt „Vermittlung von Praktikumsplätzen an muslimische Studentinnen im Rhein-Main-Gebiet“ will der Interkulturelle Rat dazu beitragen, die Perspektiven muslimischer Studentinnen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Im Rhein-Main-Gebiet und bundesweit studieren immer mehr muslimische Frauen an Fachhochschulen und Universitäten. Insbesondere in den Fachbereichen der Sozial-, Rechts- und Erziehungswissenschaften, aber auch in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen qualifizieren sie sich mit großem Erfolg.
Gleichzeitig zeigen Studien und Erfahrungsberichte, dass muslimische Studentinnen bei der Vergabe von Praktikumsplätzen häufig nicht zum Zug kommen. Das gilt auch dann, wenn sie vergleichbare Qualifikationen und Studienleistungen vorzuweisen haben wie ihre nicht-muslimischen Kommilitoninnen. Besonders schwierig gestaltet sich die Situation für muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen. Im Rahmen des Projekts, das durch das Bundesministerium des Innern gefördert wird, sollen Ausschreibungen für Praktikumsplätze den muslimischen Studentinnen zugänglich gemacht werden. Zugleich sollen Unternehmen und Einrichtungen dafür gewonnen werden, geeignete muslimische Studentinnen bei der Vergabe von Praktikumsplätzen gleichberechtigt mit anderen Bewerberinnen und Bewerbern zu berücksichtigen.
Das Abrahamische Forum in Deutschland hat sich auf seiner Sitzung am 10. Oktober 2012 in Frankfurt am Main mit der Diskussion um die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen befasst.
Die Beschneidung von Jungen wird seit Jahrtausenden praktiziert und von den meisten Juden und Muslimen als religiöse Verpflichtung angesehen. Sie hat identitätsstiftende Bedeutung. Auch Christen wie orthodoxe Kopten oder Äthiopier beschneiden Jungen aus religiösen Gründen. (…) Die Beschneidung von Jungen ist für Juden und Muslime mit unterschiedlichen Intentionen und theologischen Begründungen für die spirituelle Existenz ein Lebensnerv. Weltweit sind diese Beschneidungen aus religiösen Gründen möglich. Ein Verbot würde es Juden und Muslimen in Deutschland erschweren oder gar unmöglich machen, ihren Glauben gemäß ihrer religiösen Tradition zu leben.
Erklärung des Abrahamischen Forum in Deutschland zur Beschneidung von Jungen
Seit dem Jahr 2004 dokumentiert der Interkulturelle Rat anlässlich des Bundesweiten Aktionstags gegen Abschiebungshaft am 30. August regelmäßig eine Übersicht über Große und Kleine Anfragen, die zum Themenfeld „Abschiebungshaft“ in den Bundestag und die Landtage eingebracht und von den Regierungen beantwortet wurden. Ergänzt werden diese Übersichten um weitere relevante Dokumente, die Aufschluss über die aktuelle Situation in Deutschland und in einzelnen Bundesländern geben können. Aktuell haben wir Materialien für die Jahre 2011 und 2012 zusammengestellt und hier zugänglich gemacht.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verstärkte sich der antimuslimische Rassismus. Als eine Antwort darauf wurde am 26. Juni 2002 das Deutsche Islamforum (DIF) gegründet, in dem kritische Fragen des Zusammenlebens mit Vertretungen der relevanten muslimischen Verbände und Persönlichkeiten aus Staat, Gesellschaft, Religionsgemeinschaften und Wissenschaft beraten werden. Islamforen gibt es inzwischen auch auf Länder- und kommunaler Ebene. Sie werden durch die Karl Konrad und Ria Groeben Stiftung gefördert.
In dem anlässlich des 10-jährigen Bestehens des DIF von Jürgen Micksch herausgegebenen Buch werden die Ergebnisse der Dialoge zu vielen relevanten Themen dargestellt: Scharia und Grundgesetz, Moscheen als Orten der Integration, Stellung der Frau, Kopftuch und Ganzkörperverschleierung, Klassenfahrten und Schwimmunterricht, Antisemitismus, Religionsfreiheit , Salafisten und anderes. Es enthält zudem Statements von Gesprächsteilnehmenden, gemeinsam erarbeitete Erklärungen und Auszüge aus bisher unveröffentlichten Protokollen. Wer über Muslime in Deutschland mitreden will, sollte diese Texte kennen.
In den Gastgeberländern der Fußball-Europameisterschaft 2012 sind während der nationalsozialistischen Besatzung im 2. Weltkrieg Millionen von Juden, Sinti und Roma und Angehörigen anderer Minderheiten ermordet worden. Zahlreiche Mahn- und Gedenkstätten, ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager erinnern hieran.
Die DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger, die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) und der Interkulturelle Rat haben deshalb unter dem Titel Denkanstoss! eine Broschüre erarbeitet, die über Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors in den Spielorten der Europameisterschaft 2012 informiert. Sie lädt dazu ein, diese Orte während der EURO zu besuchen. Auf 28 Seiten finden Fußballfans und andere Interessierte kurze Informationen zu den seinerzeitigen Geschehnissen in Polen und der Ukraine, insbesondere in den acht Spielorten der EURO 2012. Die Broschüre enthält darüber hinaus Fotos, Adressen und weitere Informationen zu Gedenkstätten vor Ort.
Pressemitteilung vom 1. Juni 2012 zur Veröffentlichung der Broschüre “Denkanstoss! Gedenkstätten in den Spielorten der Fußball-Europameisterschaft 2012″
Broschüre “Denkanstoss! Gedenkstätten in den Spielorten der Fußball-Europameisterschaft 2012″
Start der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012