Kooperationen mit kommunalen Gemeinden der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) standen im Mittelpunkt der Beratungen des Koordinierungsrates der Islamforen in Deutschland am 9. Mai 2012 in Frankfurt/Main. Oğuz Üçüncü, der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş, betonte bei dem Gespräch, dass eine gute Zusammenarbeit mit Menschen und Institutionen im kommunalen Bereich ein Anliegen für die IGMG ist. Vertretungen kommunaler Islamforen berichteten von ihren Erfahrungen und Schwierigkeiten bei Kooperationen mit IGMG-Gemeinden. Erörtert wurden auch die Aktivitäten der Salafisten insbesondere im nordrhein-westfälischen Wahlkampf. Zwischen den verschiedenen Gruppierungen der Salafisten müsse unterschieden werden, sagte Jürgen Micksch, der Moderator des Koordinierungsrates. “Es ist erforderlich, die wenigen gewaltbereiten Salafisten zu isolieren. Die großen islamischen Religionsgemeinschaften sind dafür Verbündete. Daher sind Kooperationen mit muslimischen Gemeinden vor Ort gegenwärtig besonders wichtig.”
Die Mitgliederversammlung des Interkulturellen Rates in Deutschland hat am 24. April 2012 in Frankfurt am Main turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Jürgen Micksch als 1. Vorsitzender und Giovanni Pollice (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie/Hannover) als 2. Vorsitzender wurden in ihren Ämtern ebenso bestätigt wie Günter Burkhardt (Bundesarbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL/Frankfurt am Main) als Schatzmeister. Die Mitgliederversammlung wählte zudem Naime Cakir (Kompetenzzentrum muslimischer Frauen/Frankfurt am Main), Ulrike Foraci (Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen – Landesausländerbeirat/Wiesbaden), Michael Hugo (migra e.V. – Sprache, Bildung und Integration für MigrantInnen in Mecklenburg-Vorpommern/Rostock) sowie Prof. Dr. Axel Schulte (Hannover) als Beisitzende in den Vorstand und bestellte Roland Graßhoff (Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz/Mainz) zum Rechnungsprüfer des Vereins.
Imame sollen bei der Bundeswehr eingestellt werden – dafür setzt sich das Deutsche Islamforum ein. Bei seiner 22. Tagung am 17. April 2012 in Frankfurt/M. wies Dr. Uwe Ulrich von der Inneren Führung der Bundeswehr (Koblenz) darauf hin, dass 12 % der deutschen Soldaten eine Migrationsgeschichte haben. Viele von ihnen sind Muslime. Erol Pürlü vom Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ, Köln) sprach sich für bessere Rahmenbedingungen für Muslime in der Bundeswehr aus. Dazu gehört die Einstellung von muslimischen Theologen wie das Angebot von Rüstzeiten für Muslime. Muslimische Soldaten könnten in islamischen Ländern wichtige Brückenfunktionen ausüben.
Der vom Interkulturellen Rat veröffentlichte Veranstaltungskalender zu den diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus verzeichnet bundesweit erstmals mehr als 1.200 Aktivitäten in über 300 Städten und Gemeinden. Die Kampagne vom 12.-25. März 2012 war damit die umfangreichste und vielfältigste in der Geschichte der Aktionswochen.
Ein Anlass für die große Beteiligung an den diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus war sicher das Entsetzen über die rassistisch motivierten Morde der sogenannten Zwickauer Zelle und das Bedürfnis, diesen etwas entgegenzusetzen. Deutlich wurde in den Veranstaltungen zu den Aktionswochen aber auch, dass es den Akteuren ein großes Anliegen ist, den Blick auf Alltagsrassismus und strukturellen Rassismus in der Mitte der Gesellschaft nicht zu verlieren. So wurden zu vielen Gelegenheiten aktuelle gesellschaftliche Themen wie die prekäre soziale Situation von Flüchtlingen und Geduldeten sowie eingeschränkte Partizipationsrechte für Migrantinnen und Migranten oder die soziale Ausgrenzung von Minderheiten aufgegriffen. Vielerorts setzte man sich mit Antisemitismus, Antiziganismus und mit antimuslimischem Rassismus auseinander.
Der Interkulturelle Rat, PRO ASYL und der Verein „Mach‘ meinen Kumpel nicht an“ rufen in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung zu stellen. Sie regen an, sich während der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 12. bis 25. März durch Aktionen mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu solidarisieren.
Möglich seien Diskussionsveranstaltungen mit politisch Verantwortlichen, Stadtteilfeste, Menschenketten und Gedenkveranstaltungen an Orten, die zur Zielscheibe rassistischer Gewalt geworden sind oder Solidaritätsaktionen mit Flüchtlingen und Geduldeten. Empfohlen wird auch, sich an der Aktion „5 vor 12“ zu beteiligen, mit der die Türkische Gemeinde in Deutschland dazu aufruft, am 21. März – dem Internationalen Tag gegen Rassismus – in Schulen, Betrieben und der Öffentlichkeit viele Zeichen gegen Rassismus zu setzen.
Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter auch der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, haben eine gemeinsame Erklärung zu den rassisitisch motivierten Morden an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter abgegeben. Sie zeigen sich beschämt darüber, dass der deutsche Staat ihnen keinen Schutz vor diesen terroristischen Verbrechen geboten hat. Die Unterzeichner fordern, die Morde vollständig aufzuklären, die Rolle deutscher Sicherheitsbehörden schonungslos offenzulegen und den Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu einer zentralen Aufgabe aller demokratischen Kräfte zu machen.
Gemeinsame Erklärung: Für Freiheit, Vielfalt und Zusammenhalt – gegen rechten Terror in Deutschland
In der Folge der Anschläge vom 11. September 2001 wurden beim Interkulturellen Rat in Deutschland Abrahamische Teams eingerichtet, in denen interkulturell und interreligiös qualifizierte jüdische, christliche und muslimische Mittler/-innen zusammenarbeiten. Damit soll das Gespräch zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen angeregt und zum Abbau von Unkenntnis und Vorurteilen beigetragen werden. In einer nun veröffentlichten kurzen Handreichung die sich speziell an Schulen richtet, ist beschrieben, wie sich Lehrer/-innen auf eine Veranstaltung mit einem Abrahamischen Team vorbereiten, wie diese durchgeführt und nachbereitet werden sollten.
Der Flyer kann kostenlos bestellt werden und steht hier zum Download bereit.
Am Sonntag, den 11. September 2011, erinnerten wir uns an ein Ereignis, das mit menschenverachtender Gewalt die Welt verändert hat.
Das Abrahamische Forum in Deutschland hatte angeregt, dass Juden, Christen und Muslime in diesen Tagen gemeinsam in Moscheen, Synagogen und Kirchen gehen und öffentlich machen, dass solche Gewalttaten mit den Grundwerten dieser Religion nicht vereinbar sind. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die durchgeführten Veranstaltungen und Presseberichte sowie Materialien und Kontakte.
Übersicht über Veranstaltungen und Presseberichte
Zum internationalen Tag gegen Rassismus wird der Europäische Schattenbericht vom ENAR (Europäisches Network Against Racism – http://www.enar-eu.org) in Brüssel veröffentlicht. Gleichzeitig werden alle 27 nationalen Schattenberichte und damit auch der Schattenbericht zu Rassismus in Deutschland veröffentlicht. Das Netz gegen Rassismus hat deswegen eine Pressemitteilung herausgegeben. Die Deutsche Fassung des Schattenberichts sowie die Pressemitteilung finden Sie nachfolgend:
Deutsche Fassung des ENAR-Schattenberichtes 2009 – 2010
Start der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012